Japan 1999 -  26. August ( Der dritte Tag )

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Die Tage waren insgesamt sowieso vom zeitigen Aufstehen geprägt, weil ja immer ein anspruchsvolles Programm auf uns wartete. So natürlich auch an diesem ersten Tag in Tokio. Problem Nr. 1 : Wieso hat das Bad zu ? Also bloß waschen, trotz der Hitze. Später dann fanden wir doch noch ein Bad in einem anderen Block des Olympic - Centers, welches wir nutzen konnten. Frühstück : Entweder japaneese style oder western style. Reichhaltig und schmackhaft. Nur die Seetangsuppe lehnte ich dann für die folgenden Tage ab. Gleich nach dem Frühstück auf Achse und die Schwitzerei ging los. Ein Glück, bis zum Bahnhof war es nicht weit.

Das erste Ziel war Asakusa, das traditionelle Vergnügungsvirtel von Tokio. Laut dem Marco - Polo - Reiseführer lebt in diesem noch etwas vom alten Edo fort. Ein Wahrzeichen ist die Pagode auf dem Bild 1[Bild 1]. Hier finden wir zahlreiche Bars, Nachtclubs, Massagesalons, Kinos, Tempel und Schreine. Viel Besucher kommen aus der jap. Provinz extra hier her. Mittelpunkt ist der Tempel Sensoji [Bild 2], auch Kannon - Tempel genannt, dessen Haupthalle der buddhistischen Göttin Kannon, der Göttin der Barmherzigkeit gweiht ist.Viele bunte Sovenierläden fanden wir auf der Ladenstrasse Nakamise [Bild 3]. Am Ende der Reise sollten wir feststellen, daß wir unsere "Mitbringsel" besser gleich hier gekauft hätten. Mitten in diesem Tempelbezirk etwas, was wir  in den riesigen Städten immer wieder zu sehen bekamen : wunderschön gestaltete kleine Tempel-Gärten [Bild 4]

In einem kleinen Ramschladen, der so ziemlich alles führte, was an Uniformen in diesem Jahrhundert getragen wurde ( also inklusive einer vollständigen schwarzen SS-Uniform ), stellten wir fest, daß das Reiben von Daumen und Zeigefinger, bei uns bekannt als Geste für "Wieviel?" hier irgendwas Obszönes darstellt, denn so strikte Ablehnung zeigt sonst kein Japaner.

Hier haben wir in einer Nebenstrasse auch Sushi, also rohen Fisch in verschiedensten Variationen angeboten probiert. Die Sushi - Bar bestand aus einem ovalen Fließband. In der Mitte wurden die Portionen zubereitet und auf verschiedenartige kleine Teller gelegt. Den Preis konnten man an der Art des Tellers erkennen. Nach einem Bier (jap. Bier kann man durchaus trinken) mußte man auch mal aufs stille Örtchen. Tja, nur wieder japaneese style.  Hier habe ich mir geschworen, daß große Geschäfte im Hotel oder der Jugendherberge abgewickelt werden [Bild 5]

( Originalgröße der Bilder - bitte anklicken )

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Bild 1
Pagode

Bild 2
Sensoji - Tempel

Bild 3
Nakamise
Bild 4
Tempel-Garten
Bild 5
jap. Toilette
Die Nächste Station war dann der Kaiserpalast von Edo. Doch dahin waren es wieder ein paar Kilometer zu Fuß. Und Elke von Oehsen hatte einen verdammt schnellen Schritt drauf. Mitten durch die Stadt [Bild 6; Bild 7] Vor dem Kaiserpalast dann ein großer freier Platz als weitläufiger Park. Der Rasen dichter und kürzer als der sogenannte englische Rasen. Darauf fuhren rasenderweise "Rasenkehrmaschinen" rum. Nirgends eine Kippe zu sehen. Die Tokioter halten ihre Stadt
( immerhin 13 Millionen Einwohner ) mit enormen Personalaufwand sauber.

 

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Zum Kaiserpalast
( Imperial Palace )

Bild 06 Bild 07 Bild 08  

 

Irgendwie waren wir froh, wieder im Olympic - Center zu sein. Trotzdem zogen wir noch einmal los, um typisch japanisch eine wirklich gut schmeckende Nudelsuppe mit Stäbchen zu futtern. Diese wurden dann auch unser "Grundnahrungsmittel". Todmüde fielen wir in´s Bett; die Kilometer bei der Hitze mit der hohen Luftfeuchtigkeit - daran mußten wir uns wohl erst noch gewöhnen.

 

Lexikon :
Tokio
, amtl. Tokyo, bis 1868 Yedo (Edo), Hptst. von Japan, an der mittleren Ostküste von Honschu u. an der Sumidagawa-Mündung in die Bucht von T., 7,87 Mill. Ew., als Agglomeration 11,8 Mill. Ew., bildet mit Yokohama, Kawasaki u. einem großen Teil des Kanto den größten Siedlungskomplex der Welt (rd. 20 Mill. Ew.); Wirtschafts-, Finanz-, Verwaltungs- u. Kulturzentrum Japans.
Mittelpunkt der Stadt ist der von Wall u. Gräben umgebene Kaiserpalast. An den Kaiserpalast grenzt das Regierungsviertel Kasumigaseki mit dem 36-stöckigen Kasumigaseki-Hochhaus u. das Nagatacho-Viertel mit Parlamentsgebäude (1966), Parlamentsbibliothek (über 2 Mill. Bände), Nationaltheater (1966), Verwaltungsgebäuden der Wirtschaftsunternehmen sowie zahlreichen Luxushotels. Im SW von T. befinden sich der Fernseh- u. Rundfunkturm ([email protected]), der Akasaka-Palast (zeitweilig Residenz Kaiser Meijis, jetzt Sitz des Hohen Gerichts), der Togu-Kronprinzenpalast, der Meiji-Olympiapark mit Sportstätten (Schauplatz der Olymp. Sommerspiele 1964), der Schinjuku-Gyoen-Nationalgarten u. das Gelände des Meiji-Schreins (1920). Nördl. des Kaiserpalastes liegen das Nationalmuseum für Moderne Kunst, das Naturwissenschaftl. Museum, das T.-Nationalmuseum (das größte japan. Kunstmuseum; enthält Sammlungen zur japan., chines. u. ind. Kunst), das Nationalmuseum für Westl. Kunst, der Gokokuji-Tempel (17. Jh.), das Gelände der Universität u. die Städt. Festhalle. Bildungseinrichtungen sind: Universität (gegr. 1877), techn. (gegr. 1929) u.`a. Hochschulen, Forschungsinstitute aller Art, Akademie der Wissenschaften. Das Geschäfts- u. Bankenviertel ist im Stadtteil Marunouchi.
In T. sind alle Industriezweige vertreten, bes. Textil-, Nahrungsmittel-, Papier-, Leder-, Porzellan-, Metall-, Maschinen-, Kraftfahrzeug-, opt., feinmechan. u. chem. Industrie, Druckereien u. Verlage. Ölraffinerien u. Wärmekraftwerke sind der Peripherie angegliedert. Der Hafen (mit dem von Yokohama zum Keihin-Hafen vereint) ist einer der bedeutendsten Seehäfen der Welt. Hinzu kommt T.s Stellung als interkontinentales Luftverkehrskreuz im Fernen Osten. Das internationale Messegelände ist in Harumi. Der innerstädt. Verkehr (u.`a. U-Bahn, Stadtautobahn) wird teilweise über mehrere Ebenen geführt. Tägl. Pendlerströme von mehreren Millionen Menschen müssen in T. bewältigt werden.

Geschichte: Vermutlich seit dem 12. Jh. beherrschte eine Kriegerfamilie, die den Namen Edo (Flussmündung) führte, die Gegend von T. Mitte des 15. Jh. erfolgte mit der Befestigung des Ortes u. dem Bau der Burg Edo die eigentl. Gründung. 1590 kam die Stadt in den Besitz der Dynastie Tokugawa, unter deren Begründer Tokugawa Ieyasu sie zur Provinzhauptstadt u., nach seiner Ernennung zum Shogun 1603, zum polit., wirtschaftl. u. kulturellen Zentrum aufstieg. Unter dem Namen Edo blieb T. Residenz der Tokugawa, bis 1868 im Zuge der Meiji-Restauration der letzte Tokugawa-Shogun abdanken musste u. der Tenno die Macht wieder übernahm. Im selben Jahr wurde Edo unter dem Namen T. Hptst. Japans.

Im 18. Jh. war T. mit über 1 Mill. Ew. die größte Stadt der Welt, 1930 war die Ew.-Zahl auf über 2 Mill. u. 1941 (durch Eingemeindungen) auf über 6 Mill. gestiegen. 1923 wurde die Stadt von einem schweren Erdbeben heimgesucht, dem über 140000 Menschen zum Opfer fielen. Im 2. Weltkrieg wurde T. erneut größtenteils zerstört.


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aktualisiert am 12.10.2000